30. September 2025

Kopf- und Nervensache beim Tischtenniskrimi im Buchenloch

Quelle: Die Rheinpfalz vom 29.09.2025

Torben Wosik, der neue große Name des Tischtennis-Drittligisten TSG Kaiserslautern, bringt viel Erfahrung mit. Aber heute hat der 52-Jährige kein gutes Gefühl.

Beim überraschend souveränen 6:3-Sieg zum Auftakt beim TTC Bietigheim-Bissingen hatte Wosik seinen Gegnern die Bälle um die Ohren gefeuert, einen Trick nach dem anderen ausgepackt und überragendes Tischtennis ausgepackt. Bei seinem ersten Heimauftritt im Buchenloch ist er nervös. „Kleine Halle, schneller Belag, das kam mir sehr entgegen. Da kann ich meine Schnelligkeit ausspielen“, erklärt er, warum es zum Auftakt so gut lief. Im Buchenloch seien die Voraussetzungen andere: Die Halle sei groß, der Belag der Tische langsam. „Da steht der Ball manchmal fast.“

Zum Auftakt klappte trotzdem alles. Im Doppel mit Spitzenspieler Xi Wang rang er Onufrii Hoian und Johannes Faltermaier in drei Sätzen nieder (11:9, 11:7, 12:10). Neuzugang Luis Kraus (19), den Abteilungsleiter Helmut Schneider übers Hallenmikrofon als einen der besten deutschen Nachwuchsspieler seiner Altersklasse vorgestellt hatte, verlor mit Felix Köhler das Doppel gegen Karl Zimmermann und Johann Koschmieder vom TTC in drei Sätzen (6:11, 7:11, 6:11). Xi Wang holte souverän den nächsten Punkt im Einzel gegen Koschmieder (11:9, 11:6, 11:2).

Die Platte und der Kopf

Und dann kämpfte Wosik mit der Platte und seinem Kopf. Dass er eine Schiene am rechten kleinen Finger hatte – „eine Verletzung vom Beachvolleyball im Urlaub“ – störte ihn wenig. „Ist ja nicht meine Schlaghand“, Wosik spielt, obwohl er Rechtshänder ist, mit links. Aber im Gegensatz zum Auswärtsspiel vor einer Woche, hemmte ihn etwas: „Ich habe besser gespielt als beim letzten Mal, aber ich habe diesmal, wenn es eng war, nicht daran geglaubt, dass ich es drehen kann“, gestand er selbstkritisch. Nach einem 11:7-Sieg im ersten Satz gegen Karl Zimmermann, einem langen Fight im zweiten, bei dem Wosik viel Applaus für seine trickreichen Schläge bekam, nahm er beim Stand von 11:10 eine Auszeit, trank ein paar Schlucke Cola. Er versuchte dann, seinen Gegner mit weiten Bällen von der Platte wegzutreiben. Doch Zimmermann holte den Satz letztlich mit einem Netzroller zum 14:12 und legte ein 11:7 und 11:9 nach.

Köhler muss cool bleiben

Nach einem 3:1-Sieg von Kraus gegen Faltermaier, einer 1:3-Niederlage von Köhler gegen Hoian und einem souveränen 3:0 von Wang gegen Zimmermann unterlag Wosik Koschmieder mit 2:3 (6:11, 11:5, 12:10, 4:11, 9:11). Kraus besiegte Hoian mit 3:0. Jetzt hing alles von Köhler ab, der die Nerven behielt, nach einem 13:11 mit 11:8 und 11:7 gegen Faltermaier gewann und damit den 6:4-Erfolg für die TSG klarmachte. Köhler und Wosik klatschten sich ab und waren sich einig, dass der Kopf entschieden hatte. Wosik war zwar nicht ganz glücklich, aber froh über den Sieg und hat sich eines fest vorgenommen: Er will sich an den Tisch gewöhnen. Schließlich will er mit der TSG aufsteigen.

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