Eine entscheidende Rolle spielt beim Tischtennis der Aufschlag. Das Regelwerk gibt zwar klar vor, wie der Ball zu schlagen ist. Doch alle Theorie ist bekanntlich grau.
Beim Fußball, beim Handball gilt: Die Regeln, die im Profibereich Geltung finden, werden auch im Amateurbereich umgesetzt. Zumindest so weit möglich – Abweichungen sind nur selten. Bei den Handballern war der Anwurfkreis kürzlich ein Thema, denn einen solchen gibt es in Dorfturnhallen nicht. Beim Fußball gibt es auch eine Ausnahme – den Videobeweis. Der allerdings gilt schon nicht in allen Profispielklassen, sondern nur bis zur Zweiten Bundesliga.
Tischtennis lebt von Genauigkeit
Im Tischtennis ist es etwas schwieriger, weil diese Sportart so regelbehaftet ist und eben von viel Genauigkeit lebt. Es gibt viele exakte Definitionen zur Sportart, die seit Jahren von den asiatischen Ländern, vor allem China, dominiert wird. Eine Auszeit dauert genau 60 Sekunden, danach müssen die Spieler wieder an der Platte stehen. In den Kreis- und Bezirksspielklassen dauert eine Auszeit zuweilen zwei bis drei Minuten.
Wie hoch der Aufschlag geworfen werden muss, ist ebenfalls genau im Regelwerk festgelegt. Doch im Amateur-Tischtennis gibt es im Vergleich mit den Profis starke Abweichungen und auch einige Grauzonen. Während bei den Profis sogar der Winkel des Aufschlags begutachtet wird, sind die Spieler im Amateurbereich doch oft nachsichtiger. Na ja – oft, häufig, aber dann in den entscheidenden Momenten kommt es doch auch mal zu Diskussionen. Dann steht selbst in der Kreisklasse der Geselligkeitsgedanke oft nicht mehr im Vordergrund. Dann überwiegt auch mal der sportliche Ehrgeiz.
Wer soll das kontrollieren?
Was ist bei einem Aufschlag zu beachten? Ein Aufschlag, auch landläufig Angabe genannt, soll nämlich wie folgt ausgeführt werden: Der Ball muss auf dem geöffneten Handteller der ruhigen freien Hand liegen. Danach wird er ohne Effet nahezu senkrecht nach oben geworfen und muss mindestens 16 Zentimeter aufsteigen. Die Frage ist bereits, wie das im Amateurbereich kontrolliert werden soll. Der Ball darf dabei nicht verdeckt werden. Das sind nur die wichtigsten Regeln, die zu beachten sind. Ist die Zulässigkeit des Aufschlags nicht gegeben, so bekommt der „Rückschläger“ einen Punkt zugesprochen. Im Amateurbereich ist die Höhe des Ballwurfs häufig ein Punkt, über den diskutiert wird. „Der schlägt aus der Hand auf“ ist dann oft zu hören und sorgt für reichlich Gesprächsstoff.
Christopher Enders plädiert für Fairness
„Es ist gar nicht so leicht, zu dem Thema etwas zu sagen. Es gibt viele Spieler, die machen korrekte Aufschläge und halten sich an die Zeit beim Timeout. Aber dann gibt es auch viele, bei denen findet man immer wieder etwas, das zu bemängeln ist“, meint Christopher Enders von der TSG Kaiserslautern. Der Angriffsspieler spielt sowohl in den Bundesspielklassen als auch in den Pfalzligen. „Wenn der Aufschlag so falsch ist, dass man ihn gar nicht richtig zurückspielt, oder nicht sieht, welcher Schnitt drin ist, und dann etwas zu seinem Gegner sagt, dann sollte man fairerweise auch selbst darauf achten. Aber manchen ist es einfach egal, und sie gewinnen dann lieber unfair, auch wenn es eigentlich nur um den Spaß geht“, meint Enders. Er selbst achte bereits im Training bei neuen Aufschlägen darauf, dass die Regeln eingehalten werden. „Ich denke, da eine Lösung zu finden ist echt nicht so leicht“, fügt Enders an.


